Unsere Leistungen

Die Logopädie ist eine ärztlich verordnete Heilmitteltherapie, die z.B. von Hausärzten, Kinderärzten, HNO-Ärzten, Neurologen oder Zahnärzten verschrieben wird. Die logopädische Behandlung in unseren Praxen umfasst die Diagnostik, Therapie, Prävention, Rehabilitation und Beratung bei Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörung für alle Altersgruppen. Zusätzlich zur Behandlung unserer Patienten bieten wir Leistungen und Beratung für Angehörige, Eltern, Erzieher etc. an.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Kinder unter 18 Jahren vollständig. Erwachsene ab 18 Jahren bezahlen eine Zuzahlung, die sich aus 10,00 € Rezeptgebühr und 10 % der Behandlungskosten zusammensetzt. Diese Kosten entfallen, falls Sie eine Zuzahlungsbefreiung haben. Sollte dies der Fall sein, bringen Sie diese bitte zu Ihrem ersten Termin mit. Privat versicherte Patienten reichen ihre Rechnung bei ihrer privaten Krankenversicherung selbst ein.    

In unserer Praxis werden Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen behandelt, die Folgendes betreffen:

  • die Stimme
  • die Sprache und das Sprechen
  • den Redefluss
  • die Stimm- und Sprechfunktion
  • den Schluckakt

Kinder & Jugendliche

Artikulations- und Aussprachestörungen (auch Dyslalien genannt) zählen zu den häufigsten Sprachentwicklungsauffälligkeiten im Kindesalter. Dabei haben Kinder Schwierigkeiten, einzelne Laute oder Lautverbindungen korrekt zu bilden oder richtig anzuwenden. Die Aussprache wirkt dadurch häufig undeutlich oder verändert. Betroffen sein können einzelne Laute, mehrere Laute oder ganze Lautgruppen.

Typische Auffälligkeiten sind:
  • Laute werden ersetzt z. B. ,,Taninchen“ statt ,,Kaninchen“
  • Laute oder Silben werden ausgelassen z. B. „nane“ statt „Banane“
  • Wörter werden vereinfacht ausgesprochen z. B. „tein“ statt „Stein
  • Laute werden undeutlich oder falsch gebildet z. B. Lispeln bei den Lauten „s“ und „z“

Man unterscheidet verschiedene Formen der Aussprachestörungen:

Phonetische Störungen

Bei einer phonetischen Störung liegt die Schwierigkeit in der Lautbildung selbst. Das Kind weiß, wie ein Wort korrekt ausgesprochen wird, kann den Laut jedoch motorisch nicht richtig bilden. Häufig betroffen sind die Laute „s“, oder ,,sch“ Ist das ,,s“ betroffen wird umgangssprachlich vom Lispeln gesprochen.

Phonologische Störungen

Hier liegt die Ursache weniger in der Lautbildung, sondern in der Verarbeitung der Lautregeln der Sprache. Das Kind kann den Laut grundsätzlich bilden, verwendet ihn jedoch im Wort nicht, falsch oder ersetzt ihn regelmäßig durch andere Laute.

Beispiele hierfür sind:

  • ,,Banane“ wird zu ,,Nane“
  • ,,Löwe“ wird zu ,,Wöwe“
  • ,,Kindergarten“ wird zu ,,Kindergart“
Phonetisch-phonologische Störungen

Oft treten beide Formen gemeinsam auf. Dann bestehen sowohl Schwierigkeiten in der Lautbildung als auch in der richtigen Verwendung der Laute.

Viele Lautvereinfachungen sind im frühen Spracherwerb zunächst altersgerecht und Teil der normalen Sprachentwicklung. Einige Laute entwickeln sich erst später vollständig. Bleiben die Auffälligkeiten jedoch über einen längeren Zeitraum bestehen oder ist die Verständlichkeit deutlich eingeschränkt, kann eine logopädische Diagnostik sinnvoll sein.

Die Ursachen für Aussprachestörungen sind unterschiedlich. Häufig liegen keine organischen Gründe vor. In manchen Fällen können jedoch auch Hörbeeinträchtigungen, muskuläre Auffälligkeiten oder andere sprachliche Entwicklungsverzögerungen eine Rolle spielen.

In der logopädischen Therapie wird individuell auf das Kind eingegangen. Ziel ist es, die Lautwahrnehmung zu verbessern, die korrekte Lautbildung aufzubauen und die sichere Anwendung der Laute im Alltag zu fördern. Spielerische Übungen unterstützen dabei, die Aussprache nachhaltig zu verbessern und die Kommunikationsfähigkeit des Kindes zu stärken.

Begriffsbestimmung

Die zentral-auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) beschreibt Schwierigkeiten bei der Verarbeitung und Interpretation von Höreindrücken im Gehirn. Obwohl das Gehör selbst meist unauffällig ist, fällt es betroffenen Kindern schwer, gehörte Informationen richtig zu unterscheiden, zu verstehen und zu speichern.

Die auditive Verarbeitung und Wahrnehmung ermöglicht es uns, Geräusche, Töne und Sprache gezielt wahrzunehmen, ihre Bedeutung zu erkennen und sie mit bereits Erlebtem zu verknüpfen. So können wir beispielsweise eine Sirene sofort einem Krankenwagen oder der Feuerwehr zuordnen und angemessen darauf reagieren. Andererseits können wir die Sirene ausblenden, sollten wir uns beispielsweise in einer Prüfungssituation befinden.

Bei einer AVWS ist genau diese Verarbeitung beeinträchtigt. Besonders in geräuschvoller Umgebung oder bei komplexen sprachlichen Anforderungen zeigen sich häufig Schwierigkeiten.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • Probleme beim Verstehen von Sprache in lauter Umgebung
  • Schwierigkeiten, wichtige Informationen aus Hintergrundgeräuschen herauszufiltern
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme beim Zuhören
  • Häufiges Nachfragen
  • Schwierigkeiten beim Merken und Verarbeiten mündlicher Informationen
  • Verwechslung ähnlich klingender Laute oder Wörter
  • Probleme beim Richtungshören
  • Auffälligkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechtschreiben

Die Ursachen einer AVWS können unterschiedlich sein. Neben organischen Faktoren können auch Umweltbedingungen eine Rolle spielen.

Mögliche Ursachen sind beispielsweise:
  • wiederkehrende Mittelohrentzündungen im frühen Kindesalter
  • Hörbeeinträchtigungen oder länger andauernde Schallleitungsstörungen
  • neurologische Entwicklungsverzögerungen
  • Sauerstoffmangel oder Komplikationen rund um die Geburt
  • Infektionskrankheiten
  • starke oder dauerhafte Lärmbelastung
  • eingeschränkte sprachliche und auditive Anregung im frühen Kindesalter

Eine AVWS kann sich auf viele Bereiche des Alltags auswirken – insbesondere auf das Sprachverständnis, das Lernen sowie die schulische Entwicklung. Betroffene Kinder wirken häufig unaufmerksam oder ablenkbar, obwohl die eigentliche Schwierigkeit im Verarbeiten der gehörten Informationen liegt.

In der logopädischen Therapie werden die auditiven Fähigkeiten gezielt gefördert. Dazu gehören unter anderem Übungen zur Hörwahrnehmung, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und Sprachverarbeitung.

Die Therapie wird individuell an die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Kindes angepasst.

Auch im Alltag können unterstützende Maßnahmen hilfreich sein:
  • ruhige Gesprächssituationen schaffen
  • deutlich und langsam sprechen
  • Blickkontakt halten
  • kurze und klare Anweisungen geben
  • wichtige Informationen wiederholen
  • Hintergrundgeräusche möglichst reduzieren
  • dem Kind ausreichend Zeit zum Antworten geben

Ziel der Therapie ist es, die Hörverarbeitung zu verbessern und das Kind im Alltag, in der Schule und in seiner sprachlichen Entwicklung bestmöglich zu unterstützen.

Eine myofunktionelle Störung (auch orofaziale Dysfunktion genannt) betrifft das Zusammenspiel der Muskulatur im Mund- und Gesichtsbereich. Dabei zeigen sich Auffälligkeiten in der Muskelspannung und den Bewegungsabläufen von Lippen, Zunge, Wangen und Kiefer. Diese Funktionen sind wichtig für das Sprechen, Kauen, Schlucken, Atmen sowie die Kiefer- und Zahnstellung.

Bei einer myofunktionellen Störung sind diese Abläufe nicht ausreichend koordiniert oder weichen vom normalen Bewegungsmuster ab. Häufig liegt beispielsweise die Zunge in Ruhe zu weit vorne oder drückt beim Schlucken gegen oder zwischen die Zähne.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • Mundatmung
  • offene Mundhaltung
  • auffälliges Schluckmuster
  • Zungenvorstoß gegen die Zähne
  • schwache Lippenmuskulatur
  • Schwierigkeiten beim Kauen oder Abbeißen
  • vermehrter Speichelfluss
  • undeutliche Aussprache bestimmter Laute, häufig „s“, „sch“ oder „z“
  • Zahn- und Kieferfehlstellungen

Die Ursachen einer myofunktionellen Störung können unterschiedlich sein. Häufig entsteht sie durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Mögliche Ursachen sind beispielsweise:
  • verlängerte Schnuller- oder Daumengewohnheiten während der Kindheit
  • häufige Mundatmung, z. B. durch vergrößerte Mandeln oder Allergien
  • muskuläre Ungleichgewichte im Mund- und Gesichtsbereich
  • Zahn- oder Kieferfehlstellungen
  • neurologische oder entwicklungsbedingte Auffälligkeiten

Eine myofunktionelle Störung kann Auswirkungen auf die Sprachentwicklung, die Zahn- und Kieferstellung sowie auf das Ess- und Schluckverhalten haben. Oft arbeiten Logopäden, Kieferorthopäden, Zahnärzte und Hals-Nasen-Ohrenärzte zusammen.

In der logopädischen Therapie werden die Muskulatur und die Bewegungsabläufe im Mundbereich gezielt aufgebaut und trainiert. Dazu gehören Übungen zur Lippen- und Zungenkraft, zur korrekten Zungenruhelage, zur Nasenatmung sowie zum physiologischen Schluckmuster. Auch die Aussprache wird bei Bedarf mit einbezogen.

Ziel der Therapie ist es, ein harmonisches Zusammenspiel der Muskulatur zu fördern und die Funktionen von Atmung, Schlucken, Sprechen und Kauen nachhaltig zu verbessern.

Begriffsbestimmung

Unter einer Fazialisparese versteht man eine teilweise oder vollständige Lähmung des Gesichtsnervs (Nervus facialis). Dieser Nerv steuert die Muskulatur des Gesichts und ist unter anderem für Mimik, Lippenbewegungen, den Lidschluss sowie wichtige Funktionen beim Sprechen, Essen und Trinken verantwortlich.

Bei einer Fazialisparese kommt es zu einer eingeschränkten Beweglichkeit einer Gesichtshälfte, seltener beider Gesichtshälften. Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein – von einer leichten Schwäche bis hin zu einer vollständigen Lähmung.

Mögliche Ursachen sind beispielsweise:
  • Virusinfektionen
  • Entzündungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Operationen oder Verletzungen im Gesichtsbereich
  • neurologische Erkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • angeborene Schädigungen
  • häufig ist keine Ursache feststellbar

Die Einschränkungen betreffen häufig nicht nur die Mimik, sondern auch wichtige alltägliche Funktionen wie Kommunikation, Nahrungsaufnahme und Gesichtsausdruck. Viele Betroffene empfinden dies zusätzlich als psychisch belastend.

Ein möglichst früher Therapiebeginn ist besonders wichtig, um die Regeneration der Gesichtsmuskulatur bestmöglich zu unterstützen und ungünstige Bewegungsmuster frühzeitig zu vermeiden. Durch eine gezielte und frühzeitige Behandlung können die Heilungsverläufe häufig positiv beeinflusst werden.

Die Therapie wird individuell an die Beschwerden und den Verlauf angepasst. Ziel ist es, die Funktionen der Gesichtsmuskulatur bestmöglich wiederherzustellen, Bewegungsabläufe zu verbessern und die Kommunikations- und Schluckfähigkeit im Alltag zu erleichtern.

Hören ist eine wichtige Grundlage für die Sprachentwicklung, die Kommunikation und das Lernen. Liegt eine Hörstörung vor, können Geräusche, Sprache oder einzelne Laute nur eingeschränkt wahrgenommen oder verarbeitet werden. Je nach Art und Ausprägung kann sich dies unterschiedlich auf den Alltag, die Sprachentwicklung und die schulische Entwicklung auswirken.

Hörstörungen können angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein. Sie reichen von leichten Hörbeeinträchtigungen bis hin zu hochgradigen Hörstörungen oder Gehörlosigkeit.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • verzögerte Sprachentwicklung
  • undeutliche Aussprache
  • häufiges Nachfragen
  • Schwierigkeiten beim Sprachverständnis
  • Probleme beim Verstehen in lauter Umgebung
  • erhöhte Höranstrengung
  • Unsicherheiten in der Kommunikation

Eine besondere Form stellt die zentral-auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) dar. Dabei ist das Gehör selbst meist unauffällig, jedoch fällt es schwer, gehörte Informationen richtig zu verarbeiten und zu verstehen. Betroffene Kinder haben beispielsweise Schwierigkeiten, Sprache aus Hintergrundgeräuschen herauszufiltern, ähnlich klingende Laute zu unterscheiden oder sich Gehörtes zu merken (siehe Punkt zentral-auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS))

Bei hochgradigen Hörstörungen kommen häufig Hörgeräte oder Cochlea-Implantate (CI) zum Einsatz. Ein Cochlea-Implantat ist eine technische Hörhilfe, die den Hörnerv elektrisch stimuliert und hochgradig Schwerhörigen und ertaubten Menschen Hören ermöglicht.

Diese Höreindrücke unterscheiden sich jedoch deutlich vom natürlichen Hören ohne technische Hilfsmittel. Daher sind gezielte Hörübungen wichtig, um Geräusche und Sprache besser wahrnehmen, unterscheiden, verstehen, einordnen und verarbeiten zu können.

Je nach individuellem Bedarf können zusätzlich Gebärden oder Formen der Unterstützten Kommunikation eingesetzt werden. Unterstützte Kommunikation umfasst verschiedene Möglichkeiten, Sprache zu ergänzen oder zu ersetzen, beispielsweise durch Gebärden, Symbole, Bildkarten oder technische Kommunikationshilfen. Diese Hilfsmittel können die Verständigung erleichtern und die kommunikative Teilhabe im Alltag stärken.

In der logopädischen Therapie werden Hörwahrnehmung, Sprachverständnis, Lautbildung und Kommunikationsfähigkeiten individuell gefördert. Die Behandlung orientiert sich dabei stets an den Bedürfnissen, dem Entwicklungsstand und den vorhandenen Ressourcen der betroffenen Person.

Eine frühzeitige Diagnostik und Therapie sind besonders wichtig, um die sprachliche Entwicklung bestmöglich zu unterstützen und die Kommunikationsfähigkeit nachhaltig zu fördern.

Das Erlernen des Lesens und Schreibens ist ein komplexer Entwicklungsprozess, der unterschiedliche sprachliche, auditive und kognitive Fähigkeiten voraussetzt. Manche Kinder zeigen dabei vorübergehende oder ausgeprägtere Schwierigkeiten beim Erwerb der Schriftsprache, ohne dass eine Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) oder Legasthenie vorliegt.

Betroffene Kinder haben häufig Probleme dabei, Buchstaben sicher Lauten zuzuordnen, Wörter flüssig zu lesen oder gehörte Wörter korrekt zu verschriften. Oft fällt es ihnen schwer, Lautstrukturen innerhalb von Wörtern bewusst wahrzunehmen und zu verarbeiten.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • langsames oder stockendes Lesen
  • häufiges Vertauschen oder Auslassen von Buchstaben
  • Schwierigkeiten beim Erlesen neuer Wörter
  • auffällige Rechtschreibfehler
  • Probleme bei der Laut-Buchstaben-Zuordnung
  • Schwierigkeiten beim Heraushören einzelner Laute
  • geringe Lesemotivation oder schnelle Ermüdung
  • Unsicherheiten beim Schreiben und Abschreiben

Häufig stehen diese Schwierigkeiten in Zusammenhang mit sprachlichen Auffälligkeiten, beispielsweise im Bereich der phonologischen Bewusstheit, der auditiven Wahrnehmung oder der Sprachverarbeitung. Auch Konzentrationsprobleme oder Unsicherheiten im Sprachverständnis können den Schriftspracherwerb erschweren.

In der logopädischen Therapie werden die sprachlichen Grundlagen für das Lesen und Schreiben gezielt gefördert. Dazu gehören unter anderem die Lautwahrnehmung, die phonologische Bewusstheit, die Laut-Buchstaben-Zuordnung sowie das Erlesen und Verschriften von Wörtern.

Die Therapie orientiert sich individuell am Entwicklungsstand und den Bedürfnissen des Kindes. Ziel ist es, den Schriftspracherwerb zu unterstützen, sprachliche Grundlagen zu stärken und dem Kind mehr Sicherheit und Freude im Umgang mit Lesen und Schreiben zu vermitteln.

Die Sprachentwicklung verläuft bei jedem Kind unterschiedlich. Manche Kinder beginnen später zu sprechen oder entwickeln ihren Wortschatz langsamer als Gleichaltrige. Zeigen sich sprachliche Auffälligkeiten über einen längeren Zeitraum oder weichen mehrere sprachliche Bereiche deutlich von der altersentsprechenden Entwicklung ab, kann eine Sprachentwicklungsverzögerung oder Sprachentwicklungsstörung vorliegen.

Bei einer Sprachentwicklungsverzögerung entwickelt sich die Sprache grundsätzlich schrittweise, jedoch langsamer als üblich. Kinder holen diesen Rückstand teilweise von alleine wieder auf.

Von einer Sprachentwicklungsstörung spricht man, wenn der Spracherwerb deutlich und dauerhaft beeinträchtigt ist und mehrere sprachliche Bereiche betroffen sein können.

Auffälligkeiten können sich unter anderem zeigen in:
  • einem eingeschränkten Wortschatz
  • Schwierigkeiten beim Bilden von Sätzen
  • grammatikalischen Fehlern
  • undeutlicher Aussprache
  • Problemen beim Sprachverständnis
  • Schwierigkeiten beim Erzählen
  • eingeschränkter Merkfähigkeit für sprachliche Inhalte
  • Unsicherheiten in der Kommunikation
  • Schwierigkeiten beim Lese- und Rechtschreiberwerb

Betroffene Kinder haben häufig Schwierigkeiten, ihre Gedanken, Wünsche oder Gefühle altersgerecht auszudrücken. Dies kann sich auf den Alltag, soziale Kontakte sowie auf die schulische Entwicklung auswirken.

Die Ursachen können vielfältig sein. Häufig entsteht eine Sprachentwicklungsstörung durch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren. Auch Hörbeeinträchtigungen, auditive Verarbeitungsauffälligkeiten, neurologische Faktoren oder allgemeine Entwicklungsverzögerungen können eine Rolle spielen.

In der logopädischen Therapie werden die sprachlichen Fähigkeiten individuell und alltagsnah gefördert. Je nach Bedarf stehen dabei beispielsweise Wortschatzaufbau, Grammatik, Sprachverständnis, Aussprache oder kommunikative Fähigkeiten im Mittelpunkt.

Ein früher Therapiebeginn ist besonders wichtig, um die sprachliche Entwicklung bestmöglich zu unterstützen und mögliche Auswirkungen auf Lernen, Schule und soziale Teilhabe frühzeitig zu reduzieren.

Die Therapie orientiert sich stets an dem Entwicklungsstand und den individuellen Bedürfnissen des Kindes. Ziel ist es, die Freude an Sprache und Kommunikation zu fördern und dem Kind mehr Sicherheit im sprachlichen Alltag zu geben.

Begriffsbestimmung

Die Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED) ist eine neurologisch bedingte Sprechstörung im Kindesalter. Betroffene Kinder wissen meist genau, was sie sagen möchten, haben jedoch Schwierigkeiten, die notwendigen Bewegungen für das Sprechen gezielt zu planen und korrekt auszuführen. Die Muskulatur selbst ist dabei in der Regel nicht gelähmt oder geschwächt – vielmehr ist die Steuerung und Koordination der Sprechbewegungen beeinträchtigt.

Kinder mit einer VED haben häufig große Anstrengungen beim Sprechen und wirken in ihrer Aussprache sehr wechselhaft. Wörter können bei wiederholtem Sprechen unterschiedlich ausgesprochen werden. Oft ist die Verständlichkeit deutlich eingeschränkt.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • verspäteter Sprechbeginn
  • wechselhafte Aussprachefehler
  • Schwierigkeiten beim Nachsprechen von Wörtern
  • Suchbewegungen von Lippen oder Zunge
  • auffällige Sprechanstrengung
  • vereinfachte Wortformen
  • Probleme bei längeren oder mehrsilbigen Wörtern
  • eingeschränkte Verständlichkeit

Viele Kinder verstehen Sprache deutlich besser, als sie selbst sprechen können. Dadurch entsteht häufig Frustration, da sie sich sprachlich nicht ausreichend mitteilen können.

Die Ursachen einer Verbalen Entwicklungsdyspraxie liegen in der Verarbeitung und Planung von Sprechbewegungen im Gehirn. Die genaue Entstehung ist bislang nicht vollständig geklärt. Teilweise tritt die VED gemeinsam mit anderen sprachlichen oder entwicklungsbezogenen Auffälligkeiten auf.

Eine frühzeitige Diagnostik und ein schneller Therapiebeginn sind besonders wichtig, um die Kommunikationsentwicklung bestmöglich zu unterstützen. Die logopädische Therapie erfolgt intensiv, strukturiert und individuell angepasst. Im Mittelpunkt stehen der gezielte Aufbau von Lauten, Silben, Wörtern und Sprechbewegungsabläufen.

Je nach Bedarf können zusätzlich Gebärden oder Formen der Unterstützten Kommunikation eingesetzt werden, um dem Kind frühzeitig erfolgreiche Kommunikation im Alltag zu ermöglichen und sprachlichen Frust zu reduzieren.

Ziel der Therapie ist es, die Verständlichkeit der Sprache schrittweise zu verbessern, die Sprechfreude zu stärken und dem Kind mehr Sicherheit in der Kommunikation zu geben.

Die Stimme spielt eine wichtige Rolle in der Kommunikation und ist ein wesentlicher Bestandteil des persönlichen Ausdrucks. Bei einer Stimmstörung (auch Dysphonie genannt) ist die Stimme in ihrer Klangqualität, Belastbarkeit oder Lautstärke verändert. Im Kindesalter spricht man häufig von einer juvenilen Dysphonie.

Betroffene Kinder wirken häufig heiser, rau oder gepresst beim Sprechen. Die Stimme kann schnell ermüden oder zeitweise ganz wegbleiben. Oft fällt die Stimmauffälligkeit besonders beim lauten Sprechen, Rufen oder längeren Erzählen auf.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • Heiserkeit
  • raue oder gepresste Stimme
  • häufiges Räuspern
  • eingeschränkte Belastbarkeit der Stimme
  • schnelle Stimmermüdung
  • sehr lautes oder angestrengtes Sprechen
  • zeitweiser Stimmverlust
  • auffällige Atem- und Sprechweise

Die Ursachen einer juvenilen Dysphonie sind vielfältig. Häufig entsteht sie durch eine übermäßige oder ungünstige Belastung der Stimme. Auch emotionale Belastungen, häufiges Schreien oder eine dauerhaft erhöhte Körperspannung können eine Rolle spielen.

In manchen Fällen können zusätzlich organische Veränderungen an den Stimmlippen (Stimmlippenknötchen, Schreiknötchen) auftreten.

Die Stimmstörung kann sich auf die Kommunikation, das soziale Miteinander und das Selbstbewusstsein des Kindes auswirken. Viele Kinder vermeiden längeres Sprechen oder werden aufgrund ihrer auffälligen Stimme im Alltag angesprochen.

In der logopädischen Therapie lernen die Kinder einen bewussten und effizienten Umgang mit ihrer Stimme. Dabei werden Atmung, Körperspannung, Stimmgebung und Sprechverhalten gezielt gefördert. Spielerische Übungen helfen, die Stimme zu entlasten und eine physiologische Stimmfunktion aufzubauen.

Auch die Beratung des Umfeldes spielt eine wichtige Rolle, um stimmliche Überlastungen im Alltag zu reduzieren. Ziel der Therapie ist es, die Stimme zu stabilisieren, die Belastbarkeit zu verbessern und dem Kind eine klangvolle, mühelose und altersgerechte Stimme zu ermöglichen.

Der Erwerb grammatikalischer Strukturen ist ein wichtiger Bestandteil der Sprachentwicklung. Kinder lernen dabei Schritt für Schritt, Wörter korrekt zu verändern und Sätze altersgerecht aufzubauen. Bei einem Dysgrammatismus bestehen Schwierigkeiten im Bereich der Grammatik, sodass Sätze unvollständig, vereinfacht oder grammatikalisch fehlerhaft gebildet werden.

Betroffene Kinder haben häufig Probleme dabei, Wörter richtig zu beugen oder Satzstrukturen korrekt anzuwenden. Dies kann sowohl die Verständlichkeit als auch die sprachliche Ausdrucksfähigkeit beeinträchtigen.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • verkürzte oder vereinfachte Satzstrukturen
  • fehlerhafte Wortstellungen
  • Schwierigkeiten bei der Bildung von Mehrzahlformen
  • falsche Verbformen oder Zeitformen
  • Auslassen von Satzteilen
  • fehlerhafte Artikel oder Pronomen
  • Schwierigkeiten beim Bilden längerer Sätze
  • eingeschränkte sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten

Die Ursachen einer juvenilen Dysphonie sind vielfältig. Häufig entsteht sie durch eine übermäßige oder ungünstige Belastung der Stimme. Auch emotionale Belastungen, häufiges Schreien oder eine dauerhaft erhöhte Körperspannung können eine Rolle spielen.

In manchen Fällen können zusätzlich organische Veränderungen an den Stimmlippen (Stimmlippenknötchen, Schreiknötchen) auftreten.

Die Stimmstörung kann sich auf die Kommunikation, das soziale Miteinander und das Selbstbewusstsein des Kindes auswirken. Viele Kinder vermeiden längeres Sprechen oder werden aufgrund ihrer auffälligen Stimme im Alltag angesprochen.

In der logopädischen Therapie lernen die Kinder einen bewussten und effizienten Umgang mit ihrer Stimme. Dabei werden Atmung, Körperspannung, Stimmgebung und Sprechverhalten gezielt gefördert. Spielerische Übungen helfen, die Stimme zu entlasten und eine physiologische Stimmfunktion aufzubauen.

Auch die Beratung des Umfeldes spielt eine wichtige Rolle, um stimmliche Überlastungen im Alltag zu reduzieren. Ziel der Therapie ist es, die Stimme zu stabilisieren, die Belastbarkeit zu verbessern und dem Kind eine klangvolle, mühelose und altersgerechte Stimme zu ermöglichen.

Redeflussstörungen beeinträchtigen den natürlichen Ablauf des Sprechens, dazu zählen Stottern und Poltern. Hierbei kann der Sprachfluss durch Unterbrechungen, ein auffälliges Sprechtempo oder ungeordnete Sprechabläufe beeinträchtigt sein.

Stottern

Beim Stottern kommt es zu unwillkürlichen Unterbrechungen des Redeflusses. Betroffene wissen genau, was sie sagen möchten, können die Worte jedoch nicht flüssig aussprechen. Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und situationsabhängig variieren.

Typische Auffälligkeiten beim Stottern können sein
  • Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern
  • Dehnungen von Lauten
  • Blockierungen beim Sprechen
  • erhöhte Sprechanstrengung
  • Mitbewegungen von Gesicht oder Körper
  • Vermeidung bestimmter Wörter oder Sprechsituationen

Viele Kinder durchlaufen vorübergehende Unflüssigkeiten während der Sprachentwicklung.
Halten diese über einen längeren Zeitraum an, sind mit Sprechdruck oder -Ängsten verbunden oder nehmen in ihrer Ausprägung zu, kann eine logopädische Abklärung sinnvoll sein.

Poltern

Beim Poltern ist das Sprechtempo häufig stark erhöht oder unregelmäßig. Die Sprache wirkt oft überhastet, undeutlich oder unstrukturiert. Betroffene bemerken ihre Sprechauffälligkeiten selbst häufig nur eingeschränkt.

Typische Auffälligkeiten beim Poltern können sein:
  • sehr schnelles oder überhastetes Sprechen
  • undeutliche Aussprache
  • Auslassen oder Verschmelzen von Lauten und Silben
  • unstrukturierte Satzbildung
  • auffällige Sprechatmung
  • eingeschränkte Verständlichkeit

Redeflussstörungen können sich auf die Kommunikation, das Selbstbewusstsein und soziale Situationen auswirken. Manche Betroffene vermeiden das freie Sprechen oder entwickeln Unsicherheiten im Alltag, in der Schule oder im Beruf.

In der logopädischen Therapie werden Sprechabläufe, Sprechrhythmus, Atmung und Kommunikationsstrategien individuell gefördert. Ziel ist es, einen möglichst flüssigen und entspannten Sprechablauf aufzubauen und den Umgang mit schwierigen Sprechsituationen zu erleichtern.

Auch die Beratung von Eltern und Bezugspersonen spielt eine wichtige Rolle, um das Kind im Alltag sprachlich zu unterstützen und den Kommunikationsdruck zu reduzieren.

Ein früher Therapiebeginn kann helfen, den Verlauf positiv zu beeinflussen und mehr Sicherheit und Freude am Sprechen zu entwickeln.

Die Tracheotomie bzw. Tracheostomie (Luftröhrenschnitt) ist ein operativer Eingriff, bei dem durch die Halshaut ein Zugang zur Luftröhre angelegt wird, um dauerhaft die Atmung zu gewährleisten. Das so entstandene Tracheostoma (Öffnung der Luftröhre) und die gewählte Trachealkanüle wirken sich für den Betroffenen auf das Atmen und Riechen, Sprechen und Schlucken aus.

Atmen & Riechen & Sprechen & Stimme:
  • Atmen ist mit weniger Anstrengung möglich, weil die oberen Atemwege (Mund, Nase, Rachen und Kehlkopf) nicht mehr bei der Ein- und Ausatmung beteiligt sind. Viele Patienten profitieren von dieser Erleichterung. Die Ein- und Ausatmung erfolgt bei Menschen mit einem Tracheostoma über die Öffnung im Hals.
  • Die Befeuchtung, Erwärmung und Reinigung der Atemluft – eine Funktion der menschlichen Nase – muss auf alternativem Weg erfolgen, da der Nasenraum bei der Atmung ausgespart wird. Das Riechvermögen geht infolgedessen teilweise verloren; ebenso sind Niesen und das Schnäuzen der Nase eingeschränkt möglich.
  • Wenn die Ausatemluft bei einem Tracheostoma vollständig über die Trachealkanüle entweicht (z.B. bei einer geblockten Kanüle/Trachealkanüle mit sog. Cuff) und folglich nicht die Stimmbänder in Schwingung versetzen kann, kann  keine Stimme mehr produziert werden. Durch eine Anpassung der Kanüle bzw. gezielte Therapie können die Möglichkeiten der Stimmproduktion verbessert werden.
  • Patienten nach einer Kehlkopfentfernung haben keine Stimmbänder mehr und müssen alternative Formen der Stimmerzeugung lernen, um sich mitteilen zu können. (siehe Laryngektomie)
  • Wird die Ausatemluft durch die Trachealkanüle geführt, so werden die wichtigen Schutzfunktionen Husten und Räuspern abgeschwächt. Auch spürt man so Speichel und Speisereste im Rachen schlechter. Folglich ist die Lunge beim Essen und Trinken bzw. beim Schlucken von Speichel weniger gut geschützt und es kann zu Lungenentzündungen kommen.
  • Diese Komplikationen können insbesondere bei Patienten auftreten, die eine Schluckstörung (Dysphagie) haben. Es ist eine individuelle Entscheidung, ob betroffenen Patienten mit einer Trachealkanüle normal essen bzw. trinken können oder ob sie sich einschränken müssen.

Logopäden unterstützen Sie bei der Auswahl einer geeigneten Trachealkanüle, sie leiten Sie selbst bzw. Ihre Angehörigen im alltäglichen Umgang mit der Trachealkanüle, sowie bei der Kanülenpflege an und bieten je nach persönlicher Situation auch Training zur Trachealkanülenentwöhnung an. Die fachliche Zusammenarbeit erfolgt gemeinsam mit dem Arzt, ggf. mit dem Pflegepersonal und den Physio-/Ergotherapeuten.

Bei Patienten mit Schluckstörung (Dysphagie) ermittelt der Logopäde den Schweregrad und die Symptome und bespricht mit Ihnen, wie und was Sie ungefährdet essen und trinken können. Auch wird versucht, durch Stimulation und aktives Üben die Schluckfähigkeit zu verbessern und/oder Hilfestrategien zu erarbeiten.

Wir bieten eine FEES ambulant in unseren Praxen und auch mobil auf Hausbesuchen, sowohl für Patienten unserer Praxen, als auch für alle anderen, die eine Schluckuntersuchung benötigen, an.

FEES

Fees

Die Schluckuntersuchung erfolgt auf Verordnung und Delegation in Zusammenarbeit mit dem/der behandelnden Arzt/Ärztin.

Die fiberendoskopische oder funktionelle endoskopische Schluckuntersuchung wird meist mit ihrer Abkürzung FEES genannt. Bei dieser komplikationsarmen Untersuchung wird ein dünnes und flexibles Endoskop durch die Nase eingeführt. Damit können die Teile des von außen nicht sichtbaren Schluckvorganges beobachtet und gefilmt werden. So können die Funktionen der am Schlucken beteiligten anatomischen Strukturen wie Weichgaumen, Zungengrund und Kehlkopf isoliert beurteilt werden, wie z.B. das Öffnen und Schließen der Stimmlippen oder der Verschluss des Nasenraumes. Auch können organische Erkrankungen des Rachens und des Kehlkopfes dargestellt werden.

In der Regel wird die Schluckuntersuchung zuerst mit Speichel und anschließend mit verschiedenen Nahrungskonsistenzen (flüssig, breiig, fest) und in unterschiedlich großen Schluckportionen durchgeführt. Damit Flüssigkeiten und Nahrungsmittel im Rachen besser erkennbar sind, werden diese meist mit Lebensmittelfarbe eingefärbt. So kann z.B. beobachtet werden, ob der Schluckreflex rechtzeitig ausgelöst wird oder ob Bolusteile/Speisereste in den Kehlkopfeingang oder in die Luftröhre gelangen.

Die Durchführung der endoskopischen Untersuchung erfolgt von professionellen und zertifizierten Logopäden mit langjährigen Berufserfahrungen im Bereich der Dysphagie und des Trachealkanülenmanagements. Die ausgebildeten Logopäden sind durch die DGN, DSG und DGG zertifiziert.

Anzeichen und Folgen einer Schluckstörung:
  • Mangelernährung
  • Chronische Bronchitis
  • Häufiges Räuspern und Husten – nicht nur beim Essen und Trinken
  • Häufiges Verschlucken
  • Kau- und Schluckbeschwerden
  • Unterernährung und Flüssigkeitsmangel
  • Lungenentzündung 
  • Atemnot
Was wir für Sie tun können:
  • Einschätzung des Schweregrades der Schluckstörung
  • Beschreibung der Schluckstörung und deren Ursach
  • Festlegung der Art der oralen Ernährung, ggf. Kostanpassung oder die Entscheidung der Wiederaufnahme der oralen Ernährung
  • Entwicklung und Überprüfung von therapeutischen Schritten

Quelle: www.dysphagie.ch

Jugendliche & Erwachsene & Senioren

Wir bieten eine FEES ambulant in unseren Praxen und auch mobil auf Hausbesuchen, sowohl für Patienten unserer Praxen, als auch für alle anderen, die eine Schluckuntersuchung benötigen, an.

Fees

Die Schluckuntersuchung erfolgt auf Verordnung und Delegation in Zusammenarbeit mit dem/der behandelnden Arzt/Ärztin.

Die fiberendoskopische oder funktionelle endoskopische Schluckuntersuchung wird meist mit ihrer Abkürzung FEES genannt. Bei dieser komplikationsarmen Untersuchung wird ein dünnes und flexibles Endoskop durch die Nase eingeführt. Damit können die Teile des von außen nicht sichtbaren Schluckvorganges beobachtet und gefilmt werden. So können die Funktionen der am Schlucken beteiligten anatomischen Strukturen wie Weichgaumen, Zungengrund und Kehlkopf isoliert beurteilt werden, wie z.B. das Öffnen und Schließen der Stimmlippen oder der Verschluss des Nasenraumes. Auch können organische Erkrankungen des Rachens und des Kehlkopfes dargestellt werden.

In der Regel wird die Schluckuntersuchung zuerst mit Speichel und anschließend mit verschiedenen Nahrungskonsistenzen (flüssig, breiig, fest) und in unterschiedlich großen Schluckportionen durchgeführt. Damit Flüssigkeiten und Nahrungsmittel im Rachen besser erkennbar sind, werden diese meist mit Lebensmittelfarbe eingefärbt. So kann z.B. beobachtet werden, ob der Schluckreflex rechtzeitig ausgelöst wird oder ob Bolusteile/Speisereste in den Kehlkopfeingang oder in die Luftröhre gelangen.

Die Durchführung der endoskopischen Untersuchung erfolgt von professionellen und zertifizierten Logopäden mit langjährigen Berufserfahrungen im Bereich der Dysphagie und des Trachealkanülenmanagements. Die ausgebildeten Logopäden sind durch die DGN, DSG und DGG zertifiziert.

Anzeichen und Folgen einer Schluckstörung:
  • Mangelernährung
  • Chronische Bronchitis
  • Häufiges Räuspern und Husten – nicht nur beim Essen und Trinken
  • Häufiges Verschlucken
  • Kau- und Schluckbeschwerden
  • Unterernährung und Flüssigkeitsmangel
  • Lungenentzündung 
  • Atemnot
Was wir für Sie tun können:
  • Einschätzung des Schweregrades der Schluckstörung
  • Beschreibung der Schluckstörung und deren Ursach
  • Festlegung der Art der oralen Ernährung, ggf. Kostanpassung oder die Entscheidung der Wiederaufnahme der oralen Ernährung
  • Entwicklung und Überprüfung von therapeutischen Schritten

Quelle: www.dysphagie.ch

Begriffsbestimmung

Eine myofunktionelle Störung (auch orofaziale Dysfunktion genannt) betrifft das Zusammenspiel der Muskulatur im Mund- und Gesichtsbereich. Dabei zeigen sich Auffälligkeiten in der Muskelspannung und den Bewegungsabläufen von Lippen, Zunge, Wangen und Kiefer. Diese Funktionen sind wichtig für das Sprechen, Kauen, Schlucken, Atmen sowie die Kiefer- und Zahnstellung.

Bei einer myofunktionellen Störung sind diese Abläufe nicht ausreichend koordiniert oder weichen vom normalen Bewegungsmuster ab. Häufig liegt beispielsweise die Zunge in Ruhe zu weit vorne oder drückt beim Schlucken gegen oder zwischen die Zähne.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • Mundatmung
  • offene Mundhaltung
  • auffälliges Schluckmuster
  • Zungenvorstoß gegen die Zähne
  • schwache Lippenmuskulatur
  • Schwierigkeiten beim Kauen oder Abbeißen
  • vermehrter Speichelfluss
  • undeutliche Aussprache bestimmter Laute, häufig „s“, „sch“ oder „z“
  • Zahn- und Kieferfehlstellungen

Die Ursachen einer myofunktionellen Störung können unterschiedlich sein. Häufig entsteht sie durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Die Ursachen einer myofunktionellen Störung können unterschiedlich sein. Häufig entsteht sie durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Mögliche Ursachen sind beispielsweise:
  • verlängerte Schnuller- oder Daumengewohnheiten während der Kindheit
  • häufige Mundatmung, z. B. durch vergrößerte Mandeln oder Allergien
  • muskuläre Ungleichgewichte im Mund- und Gesichtsbereich
  • Zahn- oder Kieferfehlstellungen
  • neurologische oder entwicklungsbedingte Auffälligkeiten

Eine myofunktionelle Störung kann Auswirkungen auf die Sprachentwicklung, die Zahn- und Kieferstellung sowie auf das Ess- und Schluckverhalten haben. Oft arbeiten Logopäden, Kieferorthopäden, Zahnärzte und Hals-Nasen-Ohrenärzte zusammen.

In der logopädischen Therapie werden die Muskulatur und die Bewegungsabläufe im Mundbereich gezielt aufgebaut und trainiert. Dazu gehören Übungen zur Lippen- und Zungenkraft, zur korrekten Zungenruhelage, zur Nasenatmung sowie zum physiologischen Schluckmuster. Auch die Aussprache wird bei Bedarf mit einbezogen.

Ziel der Therapie ist es, ein harmonisches Zusammenspiel der Muskulatur zu fördern und die Funktionen von Atmung, Schlucken, Sprechen und Kauen nachhaltig zu verbessern.

Hören ist eine wichtige Voraussetzung für Kommunikation, soziale Teilhabe und Lebensqualität. Eine Hörstörung kann in jedem Lebensalter auftreten und sich unterschiedlich stark auf den Alltag auswirken. Betroffene nehmen Sprache, Geräusche oder bestimmte Tonhöhen nur eingeschränkt wahr oder haben Schwierigkeiten, Gesprächen sicher zu folgen.

Viele Menschen bemerken Hörveränderungen zunächst schleichend. Besonders Gespräche in geräuschvoller Umgebung werden häufig als anstrengend empfunden. Auch Missverständnisse oder Unsicherheiten in Gesprächen können zunehmen.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • häufiges Nachfragen
  • Schwierigkeiten beim Verstehen von Gesprächen
  • Probleme beim Sprachverständnis in Gruppen oder bei Hintergrundgeräuschen
  • erhöhte Höranstrengung
  • Konzentrationsprobleme beim Zuhören
  • schnelle Erschöpfung in Gesprächssituationen
  • undeutliche Wahrnehmung von Sprache
  • Rückzug aus sozialen Situationen

Hörstörungen können unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem altersbedingte Hörveränderungen, Lärmbelastung, Infektionen, neurologische Erkrankungen oder Hörschädigungen nach Unfällen und Operationen.

Je nach Ausprägung kommen Hörgeräte oder Cochlea-Implantate (CI) zum Einsatz. Cochlea-Implantate werden vor allem bei hochgradigen Hörstörungen oder Gehörlosigkeit eingesetzt, wenn herkömmliche Hörgeräte nicht mehr ausreichend unterstützen. Nach der Versorgung mit einem Cochlea-Implantat müssen die neuen Höreindrücke zunächst erlernt und verarbeitet werden, da sich diese deutlich vom natürlichen Hören unterscheiden.

Die logopädische Therapie begleitet diesen Prozess gezielt. Durch spezielle Hör- und Sprachübungen lernen Betroffene, Geräusche und Sprache besser wahrzunehmen, zu unterscheiden,

zu verstehen und im Alltag sicher einzuordnen. Dabei werden sowohl das Sprachverständnis als auch die Kommunikationsfähigkeit individuell gefördert.

In der logopädischen Therapie werden Hörwahrnehmung, Sprachverständnis, Kommunikationsfähigkeiten sowie der Umgang mit technischen Hörhilfen individuell gefördert. Die Therapie orientiert sich dabei an den persönlichen Bedürfnissen, den alltäglichen Anforderungen und den vorhandenen Ressourcen der betroffenen Person.

Ziel der Therapie ist es, die Kommunikation zu erleichtern, die Hörverarbeitung zu verbessern und die aktive Teilhabe am sozialen, beruflichen und familiären Alltag bestmöglich zu unterstützen.

Begriffsbestimmung

Eine Kehlkopfentfernung (auch Laryngektomie genannt) ist ein operativer Eingriff, bei dem der Kehlkopf vollständig entfernt wird. Dieser Eingriff erfolgt meist aufgrund einer Tumorerkrankung im Bereich des Kehlkopfes oder des Rachens. Durch die Entfernung des Kehlkopfes verändern sich wichtige Funktionen wie Sprechen, Atmen und Schlucken grundlegend.

Nach der Operation erfolgt die Atmung dauerhaft über ein Tracheostoma, eine Öffnung im Halsbereich. Da die natürliche Stimme über die Stimmlippen nicht mehr erzeugt werden kann, benötigen Betroffene neue Möglichkeiten der Kommunikation.

Die plötzliche Veränderung der Stimme und Kommunikation stellt für viele Menschen eine große körperliche und emotionale Herausforderung dar. Auch alltägliche Situationen wie Gespräche, Telefonate oder soziale Kontakte können zunächst verunsichern.

Neben der Stimme verändert sich häufig auch das Schluckempfinden. Viele Betroffene berichten nach der Operation über Unsicherheiten beim Essen und Trinken, ein verändertes Gefühl im Halsbereich oder Schwierigkeiten beim Transport der Nahrung. Narben, Muskelveränderungen oder begleitende Behandlungen wie Bestrahlung können das Schlucken zusätzlich beeinflussen.

Die logopädische Therapie unterstützt deshalb nicht nur beim Wiederaufbau der Kommunikation, sondern auch gezielt beim Schlucken. Gemeinsam werden geeignete Schlucktechniken, Essstrategien und Übungen erarbeitet, um die Nahrungsaufnahme zu erleichtern und mehr Sicherheit beim Essen und Trinken im Alltag zu schaffen.

Im Bereich des Stimmersatzes werden verschiedene Möglichkeiten individuell aufgebaut und trainiert. Dazu gehören beispielsweise:

  • die Ersatzstimme über eine Stimmprothese
  • die Ösophagusstimme (Speiseröhrenstimme)
  • elektronische Sprechhilfen

Zusätzlich unterstützt die logopädische Behandlung beim Umgang mit Atmung, der Pflege des Tracheostomas sowie bei der Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit im Alltag.

Die Therapie orientiert sich individuell an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der betroffenen Person. Ein frühzeitiger Therapiebeginn kann helfen, die neue Kommunikationsform schneller aufzubauen, den Umgang mit dem veränderten Schluckablauf zu erleichtern und mehr Sicherheit im Alltag zu gewinnen.

Ziel der logopädischen Behandlung ist es, die Lebensqualität zu verbessern, die kommunikative Teilhabe zu stärken und die Betroffenen im Umgang mit den Veränderungen nach der Operation bestmöglich zu unterstützen.

Begriffsbestimmung

Schluckstörung (auch Dysphagie genannt) sind Beeinträchtigungen oder Behinderungen des Schluckens und/oder der oralen Nahrungsaufnahme. Sie entstehen durch strukturelle Veränderungen im Mund- und/oder Halsbereich oder durch neurologische Störungen.

Mögliche Ursachen können sein:
  • Schlaganfall
  • degenerative Erkrankungen (z.B. MS, Parkinson, Demenz)
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Tumore
  • Operationen im Kopf-/Halsbereich
  • Entzündliche Prozesse im Gehirn
  • Zerebralparesen
  • Intubationsschäden
  • Erkrankungen/Verletzungen des Rückenmarks
  • Vorhandensein einer Trachealkanüle
Wichtige Aspekte:

Die Konsistenz der Nahrung (flüssig, fest, breiig) stellt unterschiedliche Anforderungen an den Schluckvorgang: Das Schlucken von Flüssigkeiten ist oft problematisch, da Flüssigkeiten sehr schnell fließen, das Auslösen des Schluckens bei Patienten mit Schluckstörungen aber oft verzögert ist. Das Bewältigen von fester Nahrung stellt hohe Anforderungen an die oralen Fähigkeiten (Kraft, Koordination, Zerkleinern der Nahrung, Transport der Nahrung). Das Schlucken breiiger Nahrung stellt in der Regel den geringsten Schwierigkeitsgrad dar.

Eine optimale Körperhaltung ist die beste Voraussetzung für Patienten mit einer Schluckstörung.

Die Nahrungsaufnahme sollte in einer angenehmen, ruhigen Situation stattfinden.

In manchen Fällen ist (zusätzlich) Sondenernährung erforderlich.

Behandlungsziele:

Oberstes Ziel ist die sichere orale Aufnahme von Nahrung. Essen und Trinken zu können ist eine wichtige Aktivität des täglichen und sozialen Lebens und in Hinblick auf die Lebensqualität von unschätzbarer Bedeutung. Hierfür werden je nach Patient individuelle Therapieziele verfolgt, darunter:

  • Aufbau und Verbesserung des Schluckaktes
  • Verbesserung bzw. Ausbau von Restfunktionen
  • Abbau krankhafter Bewegungsabläufe
  • ggf. die Änderung ungünstiger Bewegungsabläufe beim Essen und Trinken
  • ggf. diätetische Maßnahmen und Einsatz von Ess-/Trinkhilfen

Das Schlucken kann in den verschiedenen Phasen des Schluckvorgangs beeinträchtigt sein:

Das Schlucken kann in den verschiedenen Phasen des Schluckvorgangs beeinträchtigt sein:
  • Austritt von Speichel und/oder Nahrung aus der Mundhöhle
  • Veränderte Sensibilität im Mundraum (dadurch unter Umständen Verbleiben von Nahrungsresten im Mundraum)
  • Eingeschränkte Kieferbeweglichkeit und –kraft
  • Probleme beim Nahrungstransport mit der Zunge
  • Zum Teil übersteigerte orale Reflexe (z.B. Beißreflex, Würgreflex)
Störungen des Schluckens in der pharyngealen Phase (Rachen):
  • Fehlender Abschluss zum Nasenraum (Gaumensegelschwäche)
  • Eingeschränkte Funktion der Schlundmuskulatur (zu spät ausgelöste oder fehlende Reflexe)
  • Eingeschränkte Kehlkopfbewegung
  • Speichel- oder Nahrungseintritt in die unteren Luftwege durch fehlende Schutzreflexe (Verschlucken mit Husten, Niesen, Würgen und/oder Erbrechen)
  • Hängenbleiben der Nahrung im Pharynx (Rachen)
  • Gurgelnde Stimme, unter anderem als Hinweis auf stille Aspiration (unbemerktes Verschlucken)
  • Probleme bei der Öffnung der Speiseröhre zum Nahrungseintritt
    Störungen des Schluckens in der ösophagealen Phase (Speiseröhre)
  • Behinderung des Nahrungstransportes in der Speiseröhre (Verengung der Speiseröhre, Bewegungsstörung)
  • Mangelernährung
  • Dehydratation (Flüssigkeitsmangel)
  • Erkrankungen der Mundschleimhaut
  • Fieber
  • Bronchitis
  • Lungenentzündungen

Beim Verschlucken können Flüssigkeiten/Nahrungspartikel in die Luftröhre und somit in die Lunge geraten. Dies kann zu Lungenentzündungen führen. Beim Verschlucken von Nahrung besteht Erstickungsgefahr.

Begriffsbestimmung

Eine Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die infolge einer Schädigung des Gehirns entsteht. Häufige Ursachen sind beispielsweise ein Schlaganfall, Schädel-Hirn-Traumata, Tumorerkrankungen oder neurologische Erkrankungen. Die Aphasie betrifft nicht die Intelligenz, sondern die Fähigkeit, Sprache zu verstehen, zu sprechen, zu lesen und zu schreiben.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • Wortfindungsstörungen
  • verkürzte oder unvollständige Sätze
  • Schwierigkeiten beim Verstehen gesprochener Sprache
  • Verwechslung oder Vertauschen von Wörtern
  • Probleme beim Lesen und Schreiben
  • verlangsamte Sprachverarbeitung
  • eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit

Die Auswirkungen einer Aphasie sind individuell sehr unterschiedlich. Manche Menschen haben nur leichte Wortfindungsprobleme, andere können sich kaum noch sprachlich ausdrücken oder Sprache verstehen.

Eine Aphasie verändert häufig den gesamten Alltag. Gespräche, soziale Kontakte oder berufliche Anforderungen können erschwert sein. Viele Betroffene erleben dadurch Unsicherheit oder Rückzug aus kommunikativen Situationen.

In der logopädischen Therapie werden Sprache und Kommunikation gezielt gefördert. Je nach individuellem Störungsbild stehen dabei beispielsweise Sprachverständnis, Wortfindung, Satzbildung, Lesen, Schreiben oder alltagsnahe Kommunikationsstrategien im Mittelpunkt.

Auch Angehörige werden häufig in die Therapie einbezogen, um die Kommunikation im Alltag bestmöglich zu unterstützen.

Ein frühzeitiger Therapiebeginn ist besonders wichtig, um sprachliche Fähigkeiten zu erhalten, wieder aufzubauen und die Kommunikation im Alltag zu erleichtern. Die Therapie orientiert sich dabei stets an den individuellen Bedürfnissen, Ressourcen und persönlichen Zielen der betroffenen Person.

Ziel der Therapie ist es, die sprachliche Verständigung zu verbessern, die Selbstständigkeit im Alltag zu stärken und die kommunikative Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben bestmöglich zu unterstützen.

Begriffsbestimmung

Dysarthrien und Dysarthrophonien sind neurologisch bedingte Sprechstörungen, die durch Schädigungen des zentralen oder peripheren Nervensystems entstehen. Betroffen sind dabei die Muskelbewegungen und die Koordination, die für das Sprechen notwendig sind. Ursachen können beispielsweise Schlaganfälle, Parkinson-Erkrankungen, Multiple Sklerose, Schädel-Hirn-Traumata oder andere neurologische Erkrankungen sein.

Bei einer Dysarthrie sind Atmung, Stimme, Artikulation oder die Sprechbewegungen beeinträchtigt. Die Sprache kann dadurch verlangsamt, undeutlich oder schwer verständlich wirken. Bei einer Dysarthrophonie ist zusätzlich die Stimme betroffen, sodass sie beispielsweise heiser, schwach oder kraftlos klingt.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • undeutliche Aussprache
  • verwaschene Sprache
  • verlangsamtes oder abgehacktes Sprechen
  • überhastete und unrhyrhmische Sprechweise
  • eingeschränkte Beweglichkeit von Lippen und Zunge
  • leise oder kraftlose Stimme
  • monotone Sprechweise
  • uffällige Sprechatmung
  • schnelle Ermüdung beim Sprechen
  • eingeschränkte Verständlichkeit im Gespräch

Je nach Ursache und Ausprägung können die Beschwerden unterschiedlich stark sein. Viele Betroffene erleben Einschränkungen in ihrer Kommunikation und ziehen sich aus Gesprächen oder sozialen Situationen zurück.

Häufig treten zusätzlich Schluckstörungen auf, da dieselben Muskelgruppen auch für das Schlucken benötigt werden. Dies kann das Essen und Trinken erschweren und die Lebensqualität zusätzlich beeinträchtigen (siehe Schluckstörung (Dysphagie)).

In der logopädischen Therapie werden Atmung, Stimme, Artikulation und Sprechbewegungen gezielt gefördert. Durch individuelle Übungen werden Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Verständlichkeit verbessert. Auch Kommunikationsstrategien für den Alltag können gemeinsam erarbeitet werden.

Bei Bedarf wird zusätzlich die Schluckfunktion überprüft und therapeutisch begleitet.

Die Therapie orientiert sich stets an den individuellen Beschwerden, den neurologischen Voraussetzungen und den persönlichen Zielen der betroffenen Person. Ziel der Behandlung ist es, die Kommunikationsfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern und eine möglichst selbstständige Teilhabe am Alltag zu unterstützen.

Die Sprechapraxie ist eine neurologisch bedingte Sprechstörung, bei der die Planung und Koordination von Sprechbewegungen beeinträchtigt ist. Betroffene wissen in der Regel genau, was sie sagen möchten, haben jedoch Schwierigkeiten, die Bewegungsabläufe für das Sprechen gezielt und korrekt auszuführen. Die Muskulatur selbst ist dabei meist nicht gelähmt oder geschwächt.

Eine Sprechapraxie tritt häufig infolge neurologischer Erkrankungen oder Schädigungen des Gehirns auf, beispielsweise nach einem Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder bei neurologischen Erkrankungen.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • Suchbewegungen von Lippen und Zunge
  • wechselhafte Aussprachefehler
  • Schwierigkeiten beim gezielten Bilden von Lauten und Wörtern
  • verlangsamtes oder angestrengtes Sprechen
  • auffällige Pausen und Unterbrechungen
  • Probleme beim Nachsprechen
  • zunehmende Schwierigkeiten bei längeren oder komplexen Wörtern
  • eingeschränkte Verständlichkeit

Oft gelingt das automatische Sprechen (beispielsweise Begrüßungen oder vertraute Redewendungen) besser als bewusst geplantes Sprechen. Die Symptome können dabei von Situation zu Situation unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Viele Betroffene erleben die Sprechapraxie als sehr belastend, da sie sich sprachlich nicht wie gewohnt ausdrücken können. Dies kann zu Unsicherheit, Frustration und Rückzug aus Gesprächen führen.

In der logopädischen Therapie werden die Planung und Koordination von Sprechbewegungen gezielt aufgebaut und trainiert. Dabei werden Laute, Silben, Wörter und Satzstrukturen schrittweise geübt und stabilisiert. Wiederholungen, strukturierte Übungsabläufe und alltagsnahe Kommunikationssituationen spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Je nach Ausprägung können zusätzlich Formen der Unterstützten Kommunikation eingesetzt werden, um die Verständigung im Alltag zu erleichtern.

Die Therapie orientiert sich individuell an den Fähigkeiten, Bedürfnissen und Zielen der betroffenen Person. Ziel ist es, die Verständlichkeit zu verbessern, Sprechabläufe zu stabilisieren und mehr Sicherheit in der Kommunikation zu ermöglichen.

Die Stimme ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kommunikation und unseres persönlichen Ausdrucks. Bei einer Stimmstörung (auch Dysphonie genannt) ist die Stimme in ihrer Klangqualität, Belastbarkeit oder Lautstärke beeinträchtigt. Die Stimme kann heiser, rau, gepresst, kraftlos oder wenig belastbar wirken.

Stimmstörungen können plötzlich auftreten oder sich schleichend entwickeln. Sie betreffen Menschen jeden Alters und können sowohl organische als auch funktionelle Ursachen haben.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • Heiserkeit
  • raue oder gepresste Stimme
  • eingeschränkte Belastbarkeit der Stimme
  • schnelle Stimmermüdung
  • Schmerzen oder Druckgefühl beim Sprechen (Globusgefühl im Hals)
  • häufiges Räuspern
  • eingeschränkte Lautstärke
  • behauchte oder kraftlose Stimme
  • zeitweiser Stimmverlust

Mögliche Ursachen sind beispielsweise eine starke oder dauerhafte Stimmbelastung durch eine ineffiziente Stimmtechnik, Entzündungen, Stimmlippenveränderungen, neurologische Erkrankungen oder Operationen im Halsbereich. Auch Stress, erhöhte Körperspannung oder ungünstige Sprechgewohnheiten können die Stimme dauerhaft belasten.

Die Einschränkungen wirken sich häufig auf Beruf, Alltag und soziale Kontakte aus. Besonders Menschen, die beruflich viel sprechen, erleben Stimmprobleme oft als starke Belastung.

In der logopädischen Therapie werden Atmung, Körperspannung, Stimmgebung und Sprechverhalten gezielt gefördert. Durch individuelle Übungen lernen Betroffene, ihre Stimme ökonomischer und schonender einzusetzen. Ziel ist es, die Stimme zu entlasten, die Belastbarkeit zu verbessern und eine möglichst klare und mühelose Stimmfunktion aufzubauen.

Auch die Wahrnehmung der eigenen Stimme sowie der bewusste Umgang mit stimmlichen Belastungen im Alltag spielen in der Therapie eine wichtige Rolle.

Die Behandlung orientiert sich individuell an den Beschwerden, den Ursachen der Stimmstörung und den persönlichen Anforderungen der betroffenen Person. Ziel der Therapie ist es, die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern und eine stabile, belastbare Stimme im Alltag zu ermöglichen.

Redeflussstörungen beeinträchtigen den natürlichen Ablauf des Sprechens. Dazu zählen Stottern und Poltern. Hierbei kann der Sprachfluss durch Unterbrechungen, ein auffälliges Sprechtempo oder ungeordnete Sprechabläufe beeinflusst werden. Redeflussstörungen können Jugendliche, Erwachsene und Senioren gleichermaßen betreffen und sich unterschiedlich stark auf Alltag, Beruf und soziale Situationen auswirken.

Stottern

Beim Stottern kommt es zu unwillkürlichen Unterbrechungen des Redeflusses. Betroffene wissen genau, was sie sagen möchten, können die Worte jedoch nicht flüssig aussprechen. Häufig treten Wiederholungen, Dehnungen oder Blockierungen auf.

Typische Auffälligkeiten können sein:
  • Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern
  • Dehnungen von Lauten
  • Blockierungen beim Sprechen
  • erhöhte Sprechanstrengung
  • Mitbewegungen von Gesicht oder Körper
  • Vermeidung bestimmter Wörter oder Sprechsituationen
  • Unsicherheit in Gesprächen

Im Jugendalter zeigt sich häufig, ob das Stottern bestehen bleibt oder sich zurückbildet. Eine frühzeitige logopädische Therapie kann diesen Prozess positiv beeinflussen und die Wahrscheinlichkeit für das Verflüchtigen des Stotterns begünstigen. Auch wenn das Stottern bestehen bleibt, kann die Therapie helfen, den Sprechfluss zu verbessern und den Umgang mit schwierigen Sprechsituationen zu erleichtern.

Viele Betroffene erleben das Stottern als emotional belastend. Unsicherheiten beim Sprechen, soziale Ängste oder Vermeidungsverhalten können die Lebensqualität deutlich beeinflussen.

Poltern

Beim Poltern ist das Sprechtempo häufig sehr schnell oder unregelmäßig. Die Sprache wirkt oft überhastet, undeutlich oder wenig strukturiert. Laute, Silben oder Wörter werden ausgelassen oder verschmelzen miteinander, wodurch die Verständlichkeit eingeschränkt sein kann.

Typische Auffälligkeiten beim Poltern können sein:
  • sehr schnelles oder überhastetes Sprechen
  • undeutliche Aussprache
  • Auslassen oder Verschmelzen von Lauten und Silben
  • unstrukturierte Satzbildung
  • auffällige Sprechatmung
  • eingeschränkte Verständlichkeit

Viele Betroffene nehmen ihre Sprechweise selbst nur eingeschränkt wahr. Besonders in stressigen oder emotionalen Situationen können die Auffälligkeiten zunehmen.

In der logopädischen Therapie werden Sprechabläufe, Sprechrhythmus, Atmung und Kommunikationsstrategien individuell gefördert. Ziel ist es, einen möglichst flüssigen, verständlichen und entspannten Sprechablauf aufzubauen.

Die Therapie orientiert sich dabei an den persönlichen Bedürfnissen und Alltagssituationen der betroffenen Person. Ziel der Behandlung ist es, die Kommunikationsfähigkeit zu stärken, Sicherheit im Sprechen zu fördern und die Teilhabe im sozialen, schulischen oder beruflichen Alltag zu erleichtern.

Die Tracheotomie bzw. Tracheostomie (Luftröhrenschnitt) ist ein operativer Eingriff, bei dem durch die Halshaut ein Zugang zur Luftröhre angelegt wird, um dauerhaft die Atmung zu gewährleisten. Das so entstandene Tracheostoma (Öffnung der Luftröhre) und die gewählte Trachealkanüle wirken sich für den Betroffenen auf das Atmen und Riechen, Sprechen und Schlucken aus.

Atmen & Riechen & Sprechen & Stimme:
  • Atmen ist mit weniger Anstrengung möglich, weil die oberen Atemwege (Mund, Nase, Rachen und Kehlkopf) nicht mehr bei der Ein- und Ausatmung beteiligt sind. Viele Patienten profitieren von dieser Erleichterung. Die Ein- und Ausatmung erfolgt bei Menschen mit einem Tracheostoma über die Öffnung im Hals.
  • Die Befeuchtung, Erwärmung und Reinigung der Atemluft – eine Funktion der menschlichen Nase – muss auf alternativem Weg erfolgen, da der Nasenraum bei der Atmung ausgespart wird. Das Riechvermögen geht infolgedessen teilweise verloren; ebenso sind Niesen und das Schnäuzen der Nase eingeschränkt möglich.
  • Wenn die Ausatemluft bei einem Tracheostoma vollständig über die Trachealkanüle entweicht (z.B. bei einer geblockten Kanüle/Trachealkanüle mit sog. Cuff) und folglich nicht die Stimmbänder in Schwingung versetzen kann, kann  keine Stimme mehr produziert werden. Durch eine Anpassung der Kanüle bzw. gezielte Therapie können die Möglichkeiten der Stimmproduktion verbessert werden.
  • Patienten nach einer Kehlkopfentfernung haben keine Stimmbänder mehr und müssen alternative Formen der Stimmerzeugung lernen, um sich mitteilen zu können. (siehe Laryngektomie)
  • Wird die Ausatemluft durch die Trachealkanüle geführt, so werden die wichtigen Schutzfunktionen Husten und Räuspern abgeschwächt. Auch spürt man so Speichel und Speisereste im Rachen schlechter. Folglich ist die Lunge beim Essen und Trinken bzw. beim Schlucken von Speichel weniger gut geschützt und es kann zu Lungenentzündungen kommen.
  • Diese Komplikationen können insbesondere bei Patienten auftreten, die eine Schluckstörung (Dysphagie) haben. Es ist eine individuelle Entscheidung, ob betroffenen Patienten mit einer Trachealkanüle normal essen bzw. trinken können oder ob sie sich einschränken müssen.

Logopäden unterstützen Sie bei der Auswahl einer geeigneten Trachealkanüle, sie leiten Sie selbst bzw. Ihre Angehörigen im alltäglichen Umgang mit der Trachealkanüle, sowie bei der Kanülenpflege an und bieten je nach persönlicher Situation auch Training zur Trachealkanülenentwöhnung an. Die fachliche Zusammenarbeit erfolgt gemeinsam mit dem Arzt, ggf. mit dem Pflegepersonal und den Physio-/Ergotherapeuten.

Bei Patienten mit Schluckstörung (Dysphagie) ermittelt der Logopäde den Schweregrad und die Symptome und bespricht mit Ihnen, wie und was Sie ungefährdet essen und trinken können. Auch wird versucht, durch Stimulation und aktives Üben die Schluckfähigkeit zu verbessern und/oder Hilfestrategien zu erarbeiten.

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